"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

19.12.2017
Liebe Tierfreunde,
die Weihnachtszeit ist auch immer die Zeit für größere und kleinere Wunder. Dann steht man staunend mit großen Augen da und kann sich einfach nur von Herzen freuen. Und genauso eine Geschichte möchten wir Ihnen heute erzählen.

Wunder gibt es immer wieder.... … heute oder morgen la la la la la. Das Lied kennen Sie sicher. Und wenn einmal ein Hund wirklich ein Wunder nötig hatte (oder auch zwei, drei oder drei einhalb), dann Zénó. Aber Sie können sich nun ganz entspannt zurücklehnen und Zénós Geschichte lesen, denn wenn hier von Wundern die Rede ist, gibt es ja sicherlich auch ein Happy End.

Nun aber der Reihe nach:
Zénó wurde in Ungarn schwerst verletzt in einem Straßengraben gefunden. Ein schlimmer Anblick und die Schmerzen des lieben Rüden müssen furchtbar gewesen sein. Zénó konnte sich nicht rühren, nicht bewegen und war völlig am Ende seiner Kräfte. Denn der schwere Autounfall, der Zénós Verletzungen verursacht hatte, war nur das vorläufige Endes seines Leidensweges. Der einst hübsche Rüde war sehr abgemagert, völlig verdreckt und verfilzt und voller Parasiten. Dass Zénó kein Glück hatte im Leben, hat sich auch bei dem Autounfall bestätigt. Zénó ist leider nicht glimpflich davongekommen, im Gegenteil, es hatte ihn voll erwischt. Ein schwerer Beckenbruch und ein Kieferbruch waren die größten Verletzungen neben zahlreichen Prellungen. Bei der weitergehenden Untersuchung beim Tierarzt kamen noch schlechte Blutwerte und Babesiose auf die Liste der gesundheitlichen Sorgen. Allerdings war nicht nur Zénós labiler Gesundheitszustand, sondern auch die Kosten, die eine Behandlung mit sich bringen würde, Grund für Bauchweh bei allen Beteiligten. Was also tun? Eine kostspielige Behandlung riskieren? Würde Zénó die notwendigen Operationen überstehen? Wie können wir die Kosten für die Behandlung stemmen?

Hier kommt schon einmal Wunder Nr. 1 ins Spiel: Über mehrere Umwege fanden sich ganz liebe Menschen, die von Zénós üblem Zustand gehört hatten und ganz spontan zusagten einen großen Batzen der Behandlungskosten zu tragen. Und falls es mehr wird auch das. Und falls es noch mehr wird auch alles. Puh. Erste Hürde geschafft. Und als hätte Zénó gemerkt, dass es nun zum ersten Mal in seinem Leben Menschen gibt, denen er nicht egal ist, die an ihn denken, ihn ins Herz geschlossen haben und an ihn glauben, packte der liebe Kerl alle verbliebene Lebensenergie zusammen, nahm das Herz in die Pfote und hat die schwere Operation, die aufgrund der komplizierten Brüche in Budapest in einer Tierklinik durchgeführt werden musste, gut überstanden. Bei seinen schlechten Blutwerten eigentlich ein Rätsel, aber länger konnte mit der Versorgung der Verletzungen nicht gewartet werden. Nun war Zénós Kiefer verdrahtet und der Beckenbruch mit einer Plattenosteosynthese versorgt.

Das war übrigens schon Wunder Nr. 2, haben Sie sicher gemerkt. Aber wie das manchmal bei solchen Pechvögeln so ist, lassen sie einfach nichts aus. Nach Zénós OP bildete sich eine Fistel und leider musste der freundliche Zénó noch eine Operation über sich ergehen lassen. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich dann der Grund für die Fistelbildung heraus, Zénó hatte sich mit multiresistenten Erregern infiziert, wahrscheinlich durch den Eingriff in der Klinik, und nun galt es, für diese Infektion ein passendes Antibiotikum zu finden. Außerdem musste irgendwann der Draht aus dem Kiefer entfernt werden. Keine guten Aussichten für Zénó. Allerdings sind wir ja noch nicht am Ende der Wunder angekommen.

Die lieben Menschen mit dem großen Herzen, die Zénós Behandlungskosten komplett übernommen haben, fühlten sich auch weiter für den Hübschen, denn mittlerweile war auch das Fell wieder in einem viel besseren Zustand, verantwortlich. Händeringend wurde für die Reha ein Plätzchen gesucht, aber wer nimmt schon so einen schwerverletzten Hund? Mit offenen Behandlungen und entsprechender Nachsorge? Leider, oder eher zum Glück, auch wenn sich das im Moment noch merkwürdig anhört, fand sich niemand, der Zénó unter diesen Umständen aufnehmen konnte oder wollte.

Und Zack, sind wir beim nächsten Wunder, mit dem Zählen hören wir aber an dieser Stelle auf. Zénós Unterstützer waren so mit ihrem Schützling verbunden, dass sie ihn selbst adoptiert haben. Ohne Wenn und Aber, dafür aber mit allem, was da noch kommen mochte. Und so konnte Zénó vor einigen Wochen in sein Glück und zu seinen Menschen reisen.
Dort wurde er voller Vorfreude erwartet und liebevoll empfangen. In der ersten Zeit musste Zénó sich noch körperlich schonen, dafür wurde extra ein großer Laufstall errichtet und mit weichen Unterlagen ausgelegt, damit Zénó sich nicht überanstrengen kann und trotzdem immer mit dabei ist, seine Menschen und zwei ganz liebe Hundekumpel, die zu seiner neuen Familie gehören, immer sehen konnte. Nach und nach wurde der Bewegungsradius vorsichtig erweitert, parallel wurde Zénó immer engmaschig tierärztlich betreut.

Mittlerweile konnte der Draht aus dem Kiefer entfernt werden, die fiesen Erreger sind auch Geschichte und Zénó ist so ein lieber, heller, weicher Wuschel, der kaum glauben kann, wie sein Leben nun ist.
Ein Highlight ist dabei, dass Zénó nun endlich an der Knusperstunde teilnehmen kann. An der was? An der Knusperstunde! Einmal am Tag gibt es bei seiner Familie leckere Kau-Schmankerl für die Vierbeiner. Bisher leider ein Tabu für Zénó mit dem Kieferbruch, aber nach dem Entfernen der Drähte klappt endlich auch das.

Da ja auch Weihnachten eine Zeit der Wunder ist, dachten wir uns, passt Zénós Geschichte ganz wunderbar in diese Zeit. Und an dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Zénós tollen Menschen bedanken! Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen! Aber bei einem müssten wir uns zusätzlich auch noch von Herzen bedanken: bei Zénó selbst.
Lieber Zénó, Du bist so ein tapferer, lieber und freundlicher Schatz, trotz der schlimmen Schmerzen, den immer wieder neuen, ungewohnten und unangenehmen Behandlungen, Unterbringungen in kleinen Zwingern, beim Tierarzt und in der Klinik, fremden Menschen und allem drum herum warst und bist Du so ein fröhlicher Hund. Nie hast Du geknurrt, geschnappt oder dich aufgegeben und hättest doch mehr als einmal Grund dazu gehabt. Aber alles hat sich so für Dich und Deine Familie gelohnt! Wir drücken Euch allen weiterhin fest die Daumen, dass die gesundheitlichen Probleme bald Vergangenheit sind, Ihr noch viele wunderschöne und entspannte gemeinsame Jahre vor Euch habt und wir freuen uns immer sehr von Dir und Deiner Entwicklung zu hören.

Alles Liebe für Dich und Deine Familie, lieber Zénó!

Dein Pusztahunde-Team

 
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