"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

11.02.2018
Liebe Tierfreunde,
das Tierheim ist nicht gut für Hunde, die viel Energie haben und voller Feuereifer parat stehen, um echte Aufgaben zu übernehmen. Rassen, die gerne im Job stehen, wie z.B. Schäferhunde, „verrotten“ dort gnadenlos. Wir möchten Ihnen heute Tinka vorstellen, die genauso ein Hund ist. Sie geht im Tierheim ganz langsam zu Grunde und ist somit einer unserer größten Notfälle überhaupt.

Tinka ist, wie könnte es anders sein, ein Schäferhund. Schade eigentlich. Denn ausgerechnet die sind eh schon unbeliebte Adoptionshunde, selbst dann, wenn sie die unkompliziertesten Hunde der Welt sind. Und leider erfüllt unsere junge Dame Tinka dann auch noch alle negativen Klischees, die oft mit Schäferhunden in Verbindung gebracht werden. Tinka steht im Tierheim so unter Strom, dass sie sich überhaupt nicht mit anderen Hunden versteht. Sie ist so dermaßen und permanent sowohl körperlich als auch geistig unterfordert, dass sie nicht weiß, wohin mit sich. Wenn sie so dermaßen „drüber“ ist, würde sie sich, sofern sie die Gelegenheit dazu bekäme, quasi als Übersprungshandlung den nächst besten Hund schnappen und ihn beißen. Andere Hunde kommen von außen an ihr Gehege, provozieren sie und peitschen sie noch zusätzlich auf. Ein Teufelskreis. Tinka steht ständig unter Adrenalin und kommt nie zur Ruhe. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihr Kind nur still drinnen halten, es mit Fastfood und Süßigkeiten füttern und den ganzen Tag vor die Glotze setzen. Sie erschaffen einen Vulkan, der mit seiner Kraft nicht weiß, wohin. Irgendwann geht er hoch. Soviel ist sicher. So in etwa ergeht es Tinka gerade.

Wenn Tinkas Lieblingspfleger in ihr Gehege kommt, freut sie sich sehr. Sie fordert ihn zum Spielen auf, indem sie ihr Bällchen immer wieder zum Schmeißen anbietet. Dann ist sie umgänglich und freundlich und zeigt ganz deutlich, wie gerne sie sich an einen Menschen binden möchte. Und auch, dass sie bindungsfähig ist. Dies ist auch der Grund, wieso wir Tinka nicht aufgeben möchten.

Ja, aber! Solche Problem-Schäferhund, so werden Sie nun denken, findet man auch allerorten in deutschen Tierheimen. Und auch dort möchte diese Hunde niemand. Und dann wollen wir, das PPH, auch noch, dass Sie, der Hunde-Profi, einen solchen Problemfall aus Ungarn importieren, wo Sie ihn nicht mal vorher in Augenschein nehmen können. Das ist soweit richtig. Denn Tinka hat großes Potenzial. Nur bleibt es bislang ungenutzt…

Und eigentlich ist Tinka auch kein Problemhund. Eigentlich. Sie braucht nur die richtigen Menschen in einer eher reizarmen Umgebung, die bereit sind, an ihren Problemen zu arbeiten und sie auszulasten. Es kann natürlich sein, wenn es schlecht läuft, dass Tinka nie zum Hundeversteher werden wird. Aber vielen Menschen reicht es ja auch, wenn ihr Liebling Hunde zu ignorieren lernt. Das erfordert aber Menschen, die sich auskennen. Menschen, die aber auch akzeptieren können, dass Tinka unter Umständen ihr ganzes Leben keinen Spaß an Hundegesellschaft haben wird. Und verantwortungsbewusste Menschen, denen ganz ganz klar ist, dass man einen solchen Hund nicht ungebremst auf andere Hunde loslassen kann, und dass man sich ganz langsam an alles ran tasten muss, um heraus zu finden, wie weit Tinka bereit ist, zu gehen.

Zurzeit herrscht absoluter Arbeitskräftemangel in Tinkas Tierheim. Wenn Tinkas-Pfleger bisher 5 Minuten am Tag für sie Zeit hatte und ihr geliebtes Bällchen 2, 3 Mal für sie schmeißen konnte, so reduziert sich die verfügbare Zeit gerade auf ein paar Sekunden. Futter rein, Wasser nachfüllen. Exkremente weg. Fertig. Es bleiben, wenn man alle Hunde schaffen möchte, nicht mal 30 Sekunden für Tinka übrig, die so nach Bewegung und Beschäftigung giert. Nicht mal 30 Sekunden… Das ist wie eine lebenslange Einzelhaft ohne Ausgang, ohne Fernseher, ohne Bücher und Zeitschriften und natürlich ohne jeglichen Zwischenmenschlichen Kontakt. Noch nicht mal Aussicht auf den Hof hat unsere Power-Tinka…übertragen gemeint natürlich. Und das für einen Hund, der locker mehrere Stunden am Stück rennen könnte wie ein Leistungssportler, der theoretisch in der Lage wäre, seinen Menschen zu einem Marathon-Lauf zu begleiten oder der der Agility-Meister seiner Gewichtsklasse werden könnte…verdammt auf ewig zur Bewegungslosigkeit und Einsamkeit. Denn selbstverständlich wohnt nicht mal ein anderer Hund mit Tinka im Gehege.

Haben Sie einen „Job“ für Tinka? Kann sie auf Ihr Haus und Hof aufpassen? Soll sie darauf achten, dass Ihre Post ordnungsgemäß eingeworfen und die Frühstücksbrötchen regelgerecht an die Türklinke gehängt werden? Oder hätten Sie gerne eine Security-Dame, die Acht gibt, dass Sie nachts beruhigt schlafen können? Sie brauchen einen Fitness-Coach, der die Weihnachtspfündchen in Nullkommanix purzeln lässt? Für all das und noch viel mehr Gutes steht Ihnen Tinka-Bell sicher gerne zur Verfügung. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie ein Hunde-Profi sind.

Am besten, Sie rufen gleich Tinkas Vermittlerin Monika Weigel an oder schreiben ihr eine Mail:

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Mehr Infos zu Tinka gibt es hier:

http://projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/notfaelle/2310-tinka

Bitte helfen Sie unserem hübschen Mädchen, ein glücklicher Hund zu werden. Dieses wunderbare Gefühl, jemandes Freund zu sein, durfte sie noch nie in ihrem Leben erfahren.

Herzlich,

Ihr Pusztahunde-Team

 
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