"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Zuhause gefunden

Tosca

Liebe Tosca, aber nun heißt du ja Jössi,

dein Weg begann steinig. An einer viel zu kurzen Kette, Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit ohne Schutz ausgeliefert, hattest du nicht den Hauch einer Chance auf ein würdiges Hundeleben. Das fiel auf und du und dein Hundekumpel kamt ins Tierheim. Das war pures Glück. Es sollte aber noch viel, viel besser werden, denn dein Schicksal rührte die richtigen Menschen und …plötzlich warst du auf dem Weg nach Deutschland- und auf dem Weg in dein neues Zuhause.

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Moin Leute, das hier ist Jösta, ehemals Tosca. Nennt sie Jössi, wenn ihr mögt. Jössi ist nun seit 2 Monaten bei uns und stets zwischen hellwacher Aufmerksamkeit, um immer alles mitzukriegen und zu lernen, und erschöpftem Schlaf, um gerade Erlebtes zu verarbeiten. Von Beginn an suchte sie unsere Nähe und könnte kaum verschmuster sein. 

Zwischen ihr und „Tosca" liegt nun mindestens eine Welt. Nun ist sie „Teil des Schiffs, Teil der Crew" – kein Morgen mehr ohne ihr vorsichtiger Blick ins Schlafzimmer, um zu gucken, ob wir schon wach sind – kein Tag mehr, ohne neue kleine Entdeckungen für sie und unseren Versuch die hochbrodelnde Aufregung ein wenig zu zügeln – kein Abend mehr ohne die kleinen Anstöße, die es braucht, um einen müden Hund auf die letzte Runde des Tages von der Couch zu bewegen. Sicher – es gibt noch ein paar Baustellen, die hauptsächlich daher rühren, dass sie keine Sozialisierung beigebracht bekommen hat. Fremde Menschen in der Wohnung bereiten ihr noch Unbehagen und mit Hunden auf der Straße weiß sie noch nicht viel mehr anzufangen, als sie anzubellen. Aber wie auch? Es hat ihr bisher niemand anders beigebracht. Dennoch, sie macht Fortschritte – jeden Tag! Und wir bleiben am Ball!

Wie sicherlich viele Andere stehen wir mit ihr immer wieder vor der Frage, ob wir die Dinge „richtig" angehen, ob wir ihr zu viel zumuten oder nun doch zu vorsichtig sind. Man kann es, besonders beim ersten Hund, sicherlich nie alles richtig machen. Es kommt halt auch immer auf den Hund an, denn auch bei einem Tier kann Mensch Charakterzüge nicht einfach wegreden. Jössi ist sehr sensibel, aber dennoch aufnahmefähig. Binnen der zwei Monate war eine der besten Entscheidungen die, die uns am meisten Bauchschmerzen gemacht hat: nach nur zwei Wochen sind wir für ebenfalls zwei Wochen in die unendliche Ruhe schwedischer Wälder entflohen und sind nach diesem „sozialen Bootcamp" als Einheit heimgekehrt. Also: Abenteuer verbinden, gemeinsame Erlebnisse sind der beste Kitt für Beziehungen. Und nun freuen uns auf alles, was da noch auf zukommt! On y va, Jössi!

Anya und das Pusztahundeteam

 
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