"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Zuhause gefunden

Violet - jetzt Paula

Liebe Paula (Violet),
 
du berichtest mir im folgenden Brief aus deinem neuen Zuhause:
 
Mein neues Frauchen wollte gerne wieder einen 2. Hund zu ihrer Lotte.
Sie entdeckte mich im Internet und meine traurigen braunen Augen ließen sie nicht mehr los.
Also wurde ein Termin gemacht, Hündin Lotte eingepackt, und los ging es. 
Zuerst durften Lotte und ich schauen, ob wir uns vertragen - das hat geklappt. Dann wurde ich in eine Kiste ins Auto gehoben, das war aber nicht ganz so schlimm, denn Lotte saß in ihrer Kiste nebenan und ich konnte sie sehen. 
Im neuen Zuhause traf ich als erstes auf eine Katze, aber Lotte hat mich beschützt und mir gezeigt, dass man Katzen nur freundlich auf die Nase stupsen muss und dann ist alles gut. Das mache ich jetzt immer, wenn ich auf eine der Katzen treffe. 
Lotte und mein Frauchen haben mir als erstes den Garten gezeigt und ich habe ihn ganz vorsichtig erkundet. Leider muss ich immer so eine blöde, ganz lange Leine tragen, aber langsam gewöhne ich mich dran. Zum Glück kann ich damit trotzdem toll mit Lotte toben. 
Am ersten Abend wollte ich gleich mit zu meinem Frauchen und Lotte ins Bett. Aber die Oma-Katze und Lotte haben gefaucht und geknurrt. Dafür habe ich dann Lotte ihren Korb weggenommen, selber Schuld. 
Am 3. Tag hat mich Lotte als ihr Kind akzeptiert und am Abend die Katze aus Frauchens Bett geschickt. 
Nun schlafe ich immer mit Lotte am Fußende. Ab und zu lassen wir auch die Katzenoma rein. 
Wenn Frauchen mich tagsüber nicht beachtet, dann stupse ich ihr ans Bein. 
Am 4.Tag hat Lotte mir gezeigt, dass man ruhig Essen aus Frauchens Hand nehmen kann. Ist gar nicht schlimm und die Leckerchen sind besser als normales Futter. 
An Tag 5 kam ein Hundetrainer, der war ganz groß und ich habe mich schnell hinter meinem neuen Frauchen versteckt als die sich unterhalten haben. Das war aber langweilig - der hat gesagt, sie soll erst mal alles so weiter machen, damit ich Vertrauen zu Menschen aufbauen kann - also habe ich mich getraut mich hinzulegen und mich an ihre Beine zu kuscheln. Wenn ich mich besser eingelebt habe und Frauchen mich streicheln darf, muss ich in die Hundeschule. 
Ich vertraue von Tag zu Tag mehr und freue mich, wenn Frauchens Sohn mit seinem Hund kommt, dann spielen wir zu dritt. 
Frauchen lässt mich in Ruhe, damit ich bestimmen kann, wann ich Kontakt möchte. Sie hofft, dass sie mich irgendwann auch mal streicheln kann. 
Im Moment wundere ich mich noch darüber, warum Lotte sich traut auf ihren Schoß zu springen und dann im Liegen ihren Bauch nach oben zu drehen. 
Frauchen sagt, ich sehe schon gar nicht mehr traurig aus.
Mir gefällt es hier ja auch. Wenn ich leise Wuff mache, darf ich raus, sogar mitten in der Nacht. 
Und sonst belle ich auch gar nicht, das habe ich vorher ganz viel und fast den ganzen Tag gemacht.
Alle wundern sich, wie schnell ich mich einlebe, und wieviel Vertrauen ich schon habe. 
Ich traue mich auch schon beim Fernsehen mit aufs Sofa und sogar ein bisschen mit der Nase an Frauchens Knie, und dann darf auch die Katze mit dabei sein. 
Schimpfen tut Frauchen nie. Zu gerne sammle ich alles, was ich finden kann, ein und trage es in mein Hundebett: Handtücher, leere Katzennäpfe, die Fußmatte, Schuhe, Socken und sogar schon mal eine Tüte Brötchen - ich kann nämlich schon super auf den Tisch und die Küchenarbeitsplatte gucken. Und wenn dabei einer guckt, mach ich das trotzdem und schaue dabei einfach frech.
Seit meiner Ankunft in meinem neuen Zuhause laufe ich meinem Frauchen immer hinterher, sie darf nicht mal alleine duschen. 
 
Violet
 
Meine Antwort: super toll, liebe Paula (Violet) - das Zuhause ist wie ein Sechser im Lotto. Wenn ihr so weitermacht, habt ihr ein ganz tolles Leben vor euch. Dabei wünschen wir euch alles Liebe und Gute. Melde dich bald einmal wieder.
 
Carola und das Pusztahunde - Team
 
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