"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Zuhause gefunden

Uborka jetzt Maja

Liebes kleines Gürkchen,

wie man einen so süßen Hund wie dich "Uborka", übersetzt "Gurke", nennen kann, ist mir ein Rätsel. Und warum sich so lange niemand für dich interessierte, auch.

Aber eines Tages war es dann doch so weit. Erfahrene PPH-Hunde-Besitzer gaben dir deine lang erwartete Chance. Aber aus dem im Tierheim so fröhlichen Mäuschen wurde im neuen Zuhause erst einmal ein kleiner Angsthase. Gut, dass deine Menschen so schnell nichts schocken kann. Sie setzten sich aktiv mit dem Thema "wie gehe ich mit einem ängstlichen Hund richtig um" auseinander und holten sich Rat bei Menschen, die bereits erfolgreich Angsthasen zu einem wunderbaren Leben verholfen haben.

Nun kann aber Frauchen weiter berichten:"Als wir uns im Juni entschlossen hatten, einem weiteren Pusztahund ein zu Hause zu geben, fiel die Entscheidung schnell auf Uborka. Der Vermittlungstext klang entspannt, wir hatten uns auf ein kleines quirliges Etwas mit lustigem Gesicht gefreut. Angekommen ist schon ein kleines Etwas, aber mit soviel Angst im Gepäck, dass wir mit der Situation in den ersten Tagen ziemlich überfordert waren. Da ging ja bei unserem kleinen Gürkchen so gut wie gar nix! Kein Halsband, kein Geschirr, keine Leine, kein Hochheben, kein Spazierengehen, keine anderen Hunde, kein rohes Fleisch, nix, nix, nix....., einfach immer nur diese riesengroße Panik in ihren kleinen Kulleraugen. Wir hatten nicht das Gefühl, dass Uborka in ihrem Leben schon viele schlimme Dinge erlebt hatte, vielmehr blieb der Eindruck, dass sie wohl noch gar nichts kennen lernen durfte. Wahrscheinlich ist sie vollkommen reizarm in einem kleinen Verschlag o.ä. gehalten worden. Da war das Tierheim schon eine gigantische, neue wunderbare Welt für sie!

Nun standen wir vor den Möglichkeiten, die Kleine erst mal ankommen zu lassen, den Dingen ihren Lauf zu lassen, Gürkchen entscheiden zu lassen, was sie möchte oder nicht..., oder alternativ der Sprung ins kalte Wasser und ganz schnell schwimmen lernen....! Wir haben uns bewußt für die zweite Variante entschieden und es nicht bereut! Warum sollten wir es auch dulden, das sie sich in ihrer falschen Angst festigt. Für Gürkchen, die nun Maja heisst, hat ein neues Leben begonnen. Das ist auch die große Chance für Veränderungen und die Möglichkeit zur Entwicklung. Das bedeutete für Maja konkret, das natürlich das Sicherheitsgeschirr angebracht wurde. Das hieß auch, dass alle Hunderunden mitgelaufen wurden, auch wenn Maja sich vor Angst nur auf den Rücken geschmissen hat, da haben wir sie eben getragen und immer wieder abgesetzt. Natürlich war auch pullern ein Problem, da ging mal so 24 h gar nix, um dann 2 l auf dem Sofa rauszulassen..., das haben wir einfach ignoriert!! Das bedeutete auch, das es natürlich rohes Fleisch zu essen gab! Grundlegend galt für uns nur eines: Wir müssen das alles unglaublich positiv und konsequent durchziehen, knicken wir ein, haben alle verloren und am meisten unser Gürkchen.

Nun, nach 6 Wochen können wir über diese Kinderkrankheiten nur noch lächeln. Geblieben ist lediglich ein klein wenig Angst vorm Hoftor, wenn wir nach draußen wollen, aber dann heißt es: schnell da durch und schon ist Maja´s Welt wieder in Ordnung. Ihre ganze kleine Welt ist so aufregend und bunt geworden. Sie liebt den Wald, das buddeln, ihr Sofa, den Platz im Bett, Herrchen und Frauchen und den Besuch, findet zarten Anschluss an die Gruppe, bellt auch schon mal kräftig den Postboten an, hat als erste den Napf leer, steigt Treppen wie keine Zweite und Bäuchlein kraulen ist sowieso der Hit!! OK, da Sicherheitsgeschirr ist immer noch total doof...😂

Mein Mann hat gemeint: „Alles richtig gemacht" und so sehe ich das auch!  Wir genießen die Zeit und lasen wieder von uns hören.👋"

Ich freue mich schon drauf und bin sehr froh, dass es Menschen wie euch gibt.

Nicole und das Pusztahunde-Team

 
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